BERLIN 21

Wir erhielten vor kurzem eine Einladung vom Berliner Label Blackbird Music, zu einem Studio Recording Concert und waren zunächst begeistert, bei einem solchem Event dabei sein zu dürfen. Doch dann lasen wir, dass es sich um ein Jazzkonzert handelt. Eigentlich ja gar nicht so unser Ding. Nichtsdestotrotz haben wir gedacht, wir probieren es mal aus und sammeln neue Erfahrungen. Und siehe da – wir waren begeistert! Das Projekt nennt sich BERLIN 21 und ist für uns ein Beweis dafür, dass es sich lohnt, neue Dinge auszuprobieren. 

Foto: Christa Brockmann

BERLIN 21, das sind die Vollblutmusiker Torsten Zwingenberger, Patrick Farrant, Martin Lillich und Lionel Haas. Gefunden haben sie sich in Berlin, aber man kann sagen, sie sind in der Welt zuhause. Der Name der Band stammt von der ehemaligen Postzustellnummer des Bezirks Moabit. Ihre Inspiration kommt aus genau diesem Stadtteil. Sie versuchen das besondere Lebensgefühl dort einzufangen und in ihrer Musik wiederzugeben und es gelingt ihnen. Besonders ihre Stücke WINDY CITY, ON THE TRACKS, oder PARKATHMO spiegeln dies wieder.

Foto: Christa Brockmann
Torsten Zwingenberger ist sozusagen der Kopf des Projekts, lebt in Moabit und rockt das Schlagzeug, wenn man das bei Jazz so sagen darf. Gerade für uns als Laien war es unglaublich zu sehen, wie ein Mann alleine es schafft, so viele Töne gleichzeitig auf den Drums zu erzeugen. Man hätte meinen können, ihm wären noch 3 paar zusätzliche Arme gewachsen. Mit 15 Jahren fing Torsten Zwingenberger an, Schlagzeug zu spielen und verfeinerte sein Talent auf großen Bühnen weltweit. Seine anspruchsvolle Schlagzeugtechnik nennt er „Drumming 5.1“. Dabei verwendet er nicht nur die Teile eines herkömmlichen Drumsets, sondern verschiedenste Perkussionsinstrumente aus aller Welt: Cajon, Djembe, Regenmacher, Waschbrett, Rasseln, Glocken, Schellen etc. Zeitweise bedient er 5 Fußmaschinen gleichzeitig! Ihr denkt jetzt bestimmt, wie geht das? Schaut es euch an!



Torsten Zwingenberger, auch Teasy genannt, sagt, Jazz ist immer dicht am Puls der Zeit und hat sich seit seiner Entstehung vor etwa 110 Jahren so rasant entwickelt wie alles andere im Leben der Menschen. Wurde Jazz vor 60 Jahren zu der Popmusik seiner Zeit gezählt, so ist er heute mehr und mehr, ähnlich der Klassik, eine Kunstform für den Konzertsaal geworden. Und der kann ja auch ein kleiner intimer Club sein. So vielseitig wie die Musik sind auch ihre Einsatzmöglichkeiten. Und so vielseitig müssen auch Jazzmusiker sein. Sie müssen ähnlich viel an ihren Instrumenten üben wie Klassiker, um den heutigen technischen Standards zu entsprechen. Darüber hinaus lebt Jazz von Improvisation. Die Musikstücke haben feste Melodien, Harmonien und sich wiederholende Formen, über die dann die Solos improvisiert, also spontan komponiert und zeitgleich dem Zuhörer vorgespielt werden. So etwas kommt in der klassischen Musik kaum vor und in der Popmusik eher eingeschränkt. Das Ganze soll dann auch noch swingig, locker und groovig vorgetragen werden.

BERLIN 21, das sind auch Patrick Farrant und Martin Lillich. Während Patrick hingebungsvoll seine Jazz-Gitarre spielt, steht ihm Martin am Bass in nichts nach. Man sagte uns, Patrick hat einige seiner schönsten Kompositionen für BERLIN 21 geschrieben. Er ist in Paris geboren, in London aufgewachsen und hat in Boston Musik studiert. Sein Motto lautet: „Improvisation ist eine Lebenshaltung“. Er war bereits an vielen namenhaften Projekten beteiligt und tourte z.B. mit Eartha Kitt. Martin ist ebenfalls in der Berliner Jazzszene mehr als bekannt. Er spielt bereits seit Jahrzehnten in unzähligen Bands. Fünf Jahre lang war er auch Musikalischer Direktor bei „Pomp, Duck and Circumstance“ und unterrichtet seit 2010 im Rahmen der Global Music Academy in Berlin.

Last but not least gehört auch Lionel Haas zu BERLIN 21. Ursprünglich in Bonn geboren, verbrachte er mehrere Jahre in Washington und entwickelte sich dort zu einem außergewöhnlichen Pianisten. Er spielte nicht nur in den Clubs der amerikanischen Hauptstadt, sondern auch im Weißen Haus. Er spielt sein Klavier und lässt es nach Leichtigkeit aussehen. Wenn seine Finger über die Tasten tanzen und damit die wunderbarsten Klänge erzeugen, scheinen sie ein Eigenleben zu haben.

Die Bandmitglieder von BERLIN 21 erzeugen unglaubliche Töne und sie haben es geschafft, uns von einer Musikrichtung zu überzeugen, von der wir eigentlich glaubten, dass wir noch ein paar Jahre reifen müssten, um sie wirklich schätzen zu wissen. BERLIN 21 – ein Fundstück, das wir mit Freude weiterempfehlen und wir hoffen, dass die Berliner Jazzfangemeinde an Zuwachs gewinnt und man unsere Stadt nicht nur als Ort sieht, in welcher guter Jazz gespielt wird, sondern auch seinen Ursprung haben kann. Das Konzert der vier Ausnahmemusiker im Berliner Blackbird Music Studio wurde live aufgenommen. Wir freuen uns jetzt schon auf das Ergebnis! 

PS: Wann die CD erhältlich sein wird, ist noch nicht klar. Wir halten euch aber auf dem Laufenden.


Patrick Farrant (Foto: Christa Brockmann)
Lionel Hass (Foto: Christa Brockmann)
Martin Lillich (Foto: Christa Brockmann)
Patrick Farrant (Foto: Christa Brockmann)

Torsten Zwingenberger (Foto: Christa Brockmann)
Torsten Zwingenberger (Foto: Christa Brockmann)
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