B3 – BACK TO MY ROOTS

Wieder haben wir uns für euch auf die Suche gemacht und wir waren neugierig, überrascht und begeistert. Wir haben diesmal ein echtes Berliner Urgestein gefunden, der in Berlin-Schöneberg aufgewachsen ist. Nicht nur bedeutende Teile der deutschen Geschichte, wie den Mauerbau und –fall, auch Berliner Musikgeschichte hat er erlebt und mitgestaltet. Hendrix hat er im Sportpalast live erlebt und auch selbst hat er auf vielen Berliner Club-Bühnen gestanden und bereits unzählige Menschen mit Musik begeistert. In den letzten Jahren hat er sich jedoch eher im Abspann von Filmen versteckt. Die Rede ist von Andreas Hommelsheim und er hat in den letzten Jahrzehnten unter anderem die bekanntesten Disney-Filmmusiken synchronisiert. Seine größte Leidenschaft gehört jedoch dem Jazz. Jetzt hat er sich, zusammen mit zwei Freunden als B3, wieder auf seine Wurzeln besonnen und sich mit seinem neuen Album „BACK TO MY ROOTS“ den Luxus der künstlerischen Freiheit gegönnt. Wir haben Andreas Hommelsheim getroffen und ihn über sein Album, seine Band, Berlin und vieles mehr ausgefragt. 




Die erste Frage, die uns in den Sinn kommt, wenn man den Bandnamen liest, der aus Zahlen und Buchstaben besteht, ist: Wofür steht der Name? Welche Bedeutung hat B3?


B3 steht als erstes für die bekannte Hammond-Orgel, auf der alle Größen des Jazz gespielt haben, wie zum Beispiel Jimmy Smith. Die Hammond-Orgel ist ein großartiges Instrument, das den Jazz aufregend und vielfältig macht. Das B steht aber natürlich auch für Berlin und die 3 für die Bandmitglieder Christian Krauss, Lutz Halfter und Andreas Hommelsheim. Wir arbeiten alle unglaublich gern zusammen und haben alle den gleichen Anspruch an qualitativ hochwertige Musik. Da hat der Bandname B3 einfach gepasst.

Die Hammond-Orgel: ist eine elektromechanische Orgel.

Ursprünglich als Ersatz für die Pfeifenorgel gedacht, wurde sie zum Instrument des Jazz. In amerikanischen Kirchen wurde begonnen, sie in der Gospel-Musik zu verwenden. Von dort breitete sich die Hammond-Orgel in Rock, Rhythm and Blues, Soul, Fun, Reggae, Fusion aus.

Größte Popularität hatte sie in den 1960er und 1970er Jahren; damals kam im Mainstream kaum eine Band ohne Orgel aus.

(Quelle: Wikipedia)

Der Name des Albums „BACK TO MY ROOTS“ ist eine eindeutige Message. Was sind deine Wurzeln und wie hast du deine Leidenschaft zur Musik entdeckt und welche Rolle spielt Berlin dabei?

Berlin ist meine Heimat und meine Inspiration. Hier fängt alles an. Tja, und die Musik, die hat mir die Familie mitgegeben. Mit fünf Jahren schickten meine Eltern mich zum Klavierunterricht und an den Wochenenden sind wir zur Oma gefahren. Dort gab es ein Musikhaus, sowas kennt man heute schon fast gar nicht mehr. In diesem Haus gab es allerhand Instrumente und man traf sich dort zum Musizieren. Eine Art Jam-Session der Generationen. Das hat mich schon damals begeistert und die Musik kann mich immer wieder dorthin zurück versetzen –BACK TO MY ROOTS. Diese Erinnerungen sind ein Teil meiner Wurzeln, doch auch meine Jugend, mein Studium und die ersten Bühnenauftritte haben mein Leben stark geprägt.

Meine Eltern haben mich auf ein Konservatorium geschickt, wo ich sehr strengen aber auch sehr anspruchsvollen Musikunterricht bekam. Danach studierte ich Musik, jedoch nur um meine Eltern zufrieden zu stellen. Im Herzen war ich immer Anarchist und es zog mich auf die Bühne, ich wollte rocken und die Massen bewegen und mich nicht strengen Regeln unterwerfen.

Jahrzehnte lang hast du Filmmusik synchronisiert und produziert, darunter viele Disney-Klassiker. Ist das nicht auch etwas, das sehr strengen Regeln unterliegt?

Ja, sicher! Wenn man so will, ist die Filmmusik eine Art Königsdisziplin. Sie ist sehr anspruchsvoll und auch mein Anspruch an meine eigene Arbeit setze ich hoch an. Die Schwierigkeit bei dieser Arbeit liegt darin, das Werk eines anderen so zu bearbeiten, ohne dass es an Gefühl und Bedeutung verliert und dazu noch darauf achten, dass es Lippensynchron bleibt. Regeln ja, aber auch Kreativität und Herausforderung, die den Ehrgeiz fördern. Ich habe das immer gern gemacht und war gut darin, aber ich probiere auch immer wieder gern neue Sachen aus.

Während deines Studiums hast du schon auf der Bühne gestanden. In angesagten Berliner Clubs, in großen Hallen und vor großem Publikum gespielt. In den letzten Jahren fand deine Arbeit jedoch vorwiegend im Studio statt. Hast du das vermisst und ist das Album auch ein Mittel, um wieder zurück ins Rampenlicht zu kommen und vor Publikum aufzutreten?

Ja, auf jeden Fall ist es das. Auf großen Bühnen zu stehen und das Publikum zum Rocken zu bringen, das war schon immer der ultimative Kick. Jetzt bin ich und meine Bandkollegen an einem Punkt in unserem Leben, an dem wir es uns leisten können, das zu tun was wir wirklich wollen und was uns Spaß macht. Wir kennen das Musikgeschäft mit all seinen Höhen und Tiefen. Mit den Erfahrungen, die wir über die Jahre sammeln konnten, wissen wir den Luxus, den wir jetzt haben, sehr zu schätzen, ganz besonders die Freiheit im kreativen Schaffensprozess und frei zu sein in unseren Entscheidungen. Es geht uns dabei nicht darum, das große Geld zu verdienen. Es geht um Spaß und Freiheit und darum, nochmal das zurückzuholen, das uns und unser Leben geprägt hat.

Musikalisches Cinemascope – diesen Begriff haben wir in einer Beschreibung des B3 Albums BACK TO MY ROOTS gelesen und genau das beschreibt diese Musik am treffendsten. Es ist ein Fusion-Projekt aus verschiedenen Musikrichtungen und ist dennoch purer Jazz, der immer wieder aufregend, vielseitig, frei und offen ist, genauso wie Andreas Hommelsheim seine Definition von Jazz beschreibt. Andreas sagt selbst, er macht Musik in Bildern, sozusagen ein Kurzfilm in Tönen. Hört euch das neue Album BACK TO MY ROOTS an und werdet inspiriert zu eurem eigenen Kino im Kopf. Das Album ist ab 31.1.2014 (selbstverständlich unter eigenem Label – BLACKBIRD MUSIC) im Handel erhältlich. Ab Februar ist B3 auf Deutschland-Tour. Mehr Infos zu Konzert-Terminen und Tickets findet ihr hier.



Quelle: Blackbird Music



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